Yukino Yoshida gewinnt die 500 m in 37,65 – erster Weltcupsieg der Saison und nahezu sichere Olympia-Qualifikation für Mailand [Eisschnelllauf-Weltcup Hamar]
Beim 4. Lauf des ISU Eisschnelllauf-Weltcups im norwegischen Hamar am 14. Dezember (Ortszeit; in Japan in den frühen Morgenstunden des 15. Dezember) setzte sich die 22-jährige Yukino Yoshida (Kotobukihiro) in der zweiten 500-m-Rennen der Frauen durch. Mit einer starken Zeit von 37,653 Sekunden feierte sie ihren ersten Weltcupsieg der Saison und ihren dritten Podestplatz, womit ihre Nominierung für die Olympischen Winterspiele 2026 in Milano–Cortina so gut wie gesichert ist.
Austragungsort war das legendäre „Vikingskipet“ („Wikingerschiff“), das auch bei den kommenden Winterspielen als Wettkampfstätte dienen wird. In dieser Saison sind die Ergebnisse der vier Weltcuprennen vor Jahresende direkt mit der Olympia-Qualifikation verknüpft. Der Sieg in Hamar, dem letzten Lauf dieser Serie, hat daher eine enorme Bedeutung für das japanische Frauensprintteam.
Rennverlauf: beeindruckende 37,653 Sekunden aus dem letzten Paar
Yoshida startete im letzten Paar des zweiten 500-m-Rennens der Frauen. Sie erwischte einen explosiven Start und legte die ersten 100 m in 10,34 Sekunden zurück – dem besten Zwischenwert des Tages. Anschließend hielt sie das Tempo hoch, lief eine saubere Gegengerade und Schlusskurve und stoppte die Uhr bei 37,653.
Den zweiten Platz belegte Kaja Ziomek-Nogal (Polen) in 37,831 Sekunden, Dritte wurde Kim Min-sun (Südkorea) in 37,835 Sekunden. Zwischen der Siegerin und Rang drei lagen lediglich 0,182 Sekunden – ein äußerst knappes Ergebnis, bei dem Yoshida den Sieg um Tausendstel für sich entschied und erstmals in dieser Saison im 500-m-Weltcup ganz oben auf dem Podest stand.
Beim dritten Weltcup eine Woche zuvor in Heerenveen war sie als Vierte noch knapp am Podest vorbeigeschrammt. Umso mehr kann dieser Sieg als Lauf gesehen werden, der die gesamte Saison-Dynamik zu ihren Gunsten drehen könnte. Japans „Sprint-Ass“ hat im Olympiajahr ganz offensichtlich noch einmal einen Gang höher geschaltet.
Ergebnisse 500 m Frauen – 2. Rennen (Weltcup Hamar)
| Platz | Läuferin | Nation | Zeit | Rückstand |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Yukino Yoshida | Japan | 37,653 | — |
| 2 | Kaja Ziomek-Nogal | Polen | 37,831 | +0,178 |
| 3 | Kim Min-sun | Südkorea | 37,835 | +0,182 |
| 4 | Lee Na-hyun | Südkorea | 37,915 | +0,262 |
| 5 | Martyna Baran | Polen | 37,949 | +0,296 |
*Datenquelle: offizielle ISU-Ergebnisse (ISU Speed Skating World Cup 4 – 500 m Frauen, 2. Rennen).
Dritter Podestplatz der Saison, dritter Weltcupsieg insgesamt – großer Schritt Richtung Mailand
In dieser Saison stand Yoshida bereits bei der Auftaktstation in Salt Lake City (1. Weltcup) als Dritte über 500 m auf dem Podest und wurde in Hamar im ersten 500-m-Rennen ebenfalls Dritte. Mit ihrem Sieg im zweiten Rennen kommt sie nun auf drei Podestplätze in dieser Saison und insgesamt auf drei Weltcupsiege, einschließlich ihres ersten Erfolgs im vergangenen Jahr in Nagano.
Der japanische Eisschnelllaufverband hat Auswahlkriterien festgelegt, nach denen Läuferinnen und Läufer, die in den vier Weltcuprennen vor Jahresende konstant starke Ergebnisse erzielen, unabhängig vom Abschneiden bei den nationalen Meisterschaften für die Olympischen Spiele in Milano–Cortina nominiert werden können. Mit ihrem Sieg über 500 m in Hamar erfüllt Yoshida diese Vorgaben, und zahlreiche japanische Medien berichten bereits, ihre Olympia-Teilnahme sei „praktisch sicher“. Der Traum von ihren ersten Olympischen Winterspielen rückt damit in greifbare Nähe.
Frauen-Mannschaftsverfolgung ebenfalls auf Rang 3 – Japan bei allen Weltcups auf dem Podest
Im Team Pursuit der Frauen am Schlusstag erreichte das japanische Trio mit Momoka Horikawa, Miho Takagi und Ayano Sato in 2:58,622 Minuten den 3. Platz. Damit stand Japan in allen drei Frauen-Teamverfolgungsrennen dieses Weltcups auf dem Podest und unterstreicht seine Rolle als heiße Medaillenanwärter bei den kommenden Olympischen Spielen.
Wer ist Yukino Yoshida? Sprint-Ass aus der Präfektur Iwate
Yukino Yoshida wurde am 29. Januar 2003 in Morioka in der Präfektur Iwate geboren und ist 22 Jahre alt. Sie begann im Alter von zehn Jahren mit dem Eisschnelllauf, als man ihr, während sie in einer kalten Eishalle auf das Ende des Trainings ihres Bruders wartete, sagte: „Wenn dir kalt ist, probier es doch selbst mit dem Laufen.“ Heute startet sie für Kotobukihiro und trainiert unter Coach Yuya Oikawa, wobei sie sich auf die 500 m und 1000 m spezialisiert hat und sich zu einer Weltklasse-Sprinterin entwickelt.
Schon in der Juniorenzeit fiel ihr Talent deutlich auf. Bei den Olympischen Jugend-Winterspielen 2020 in Lausanne gewann sie Bronze über 500 m und Gold im Mixed Team Sprint. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2022 holte sie Gold über 1000 m und Silber über 500 m und stand damit in zwei Disziplinen auf dem Podest. In der allgemeinen Klasse erreichte sie bei den Weltmeisterschaften über Einzelstrecken 2025 Rang 6 über 500 m und Rang 8 über 1000 m und etablierte sich als Stammgast in den Finals auf Weltniveau.
Ihr sportliches Vorbild ist der ebenfalls aus Iwate stammende Baseballstar Shohei Ohtani (Los Angeles Dodgers). Sie sagt zwar scherzhaft, ihr Motto sei „kein festes Motto zu haben“, verrät aber gleichzeitig eine besondere Eigenheit: Vor Wettkämpfen gehört eine Schüssel Udon fest zu ihrem Ritual.
Auf dem Weg nach Milano–Cortina 2026 – neue Medaillenkandidatin über 500 m
Die 500 m der Frauen zählen zu den härtesten Disziplinen im Eisschnelllauf, mit Sprinterinnen wie der Niederländerin Femke Kok, die regelmäßig Zeiten nahe an Weltrekordniveau laufen. In diesem Umfeld hat Yoshida durch mehrere Siege und Podestplätze im Weltcup ihren Platz in der absoluten Weltspitze gefestigt.
Gelingt es ihr, bei den Olympischen Spielen eine ähnlich stabile und fehlerfreie Leistung von Start bis Ziel zu zeigen wie in Hamar, sind nicht nur das Podest, sondern auch der Kampf um die Goldmedaille in Reichweite. Von Iwate auf die große Bühne der Welt – es bleibt spannend, welche Geschichte dieses 22-jährige Sprint-Ass auf dem Eis von Milano–Cortina schreiben wird.
