WINTER NOTE | Eiskunstlauf-Edition – ein gemeinsamer Rückblick auf das Eis im Dezember.
Das Grand Prix Final 2025 in Nagoya war faktisch eine „Generalprobe für Mailand“
Anfang Dezember fand in Nagoya das ISU Grand Prix Final 2025 statt – und schon die Atmosphäre trug diese besondere Spannung, die nur Olympiasaisons mit sich bringen. Es ist ein Wettkampf, bei dem in jeder Disziplin nur sechs Läufer:innen (bzw. sechs Paare) zugelassen sind, also ausschließlich die Weltspitze. Und das Ganze auf heimischem Eis in Japan. Auf und neben der Eisfläche lag eine Hitze in der Luft, als würden die Spiele von Milano–Cortina beginnen, sobald man die Zeit nur ein wenig vorspulen würde.
Im Herrenwettbewerb sorgte Ilia Malinin mit einem Sprunglayout der Kategorie „sieben Vierfache“ weltweit für Schlagzeilen, während direkt neben ihm Yuma Kagiyama und Shun Sato als Zweiter und Dritter gemeinsam auf dem Podium standen. Im Damenfeld holte Ami Nakai einen eindrucksvollen zweiten Platz inmitten der internationalen Topstars, Kaori Sakamoto wurde Dritte. Im Paarlauf standen Riku Miura / Ryuichi Kihara schließlich ganz oben auf dem Treppchen des Grand Prix Final.
Diese Tage in Nagoya haben – so mein Eindruck – auf einen Schlag sichtbar gemacht, „wer in Mailand um Medaillen laufen wird“.
All Japan 2025: das „letzte Puzzleteil“ vor der Nominierung
Ende Dezember folgte dann die 94. Japanische Meisterschaft im Eiskunstlauf in der Yoyogi National Gymnasium 1 in Tokio. Auf Basis dieser Resultate und der Leistungen über die gesamte Saison hinweg gab der japanische Verband anschließend das Olympiateam für Milano–Cortina 2026 bekannt.
Im Herrenfeld setzte sich Yuma Kagiyama durch und ließ sich von der Erwartungshaltung nicht aus der Ruhe bringen. Trotz einiger Fehler im Kürprogramm vermied er den großen Absturz – genau die Art von Auftritt, die man von einem „Leitwolf“ erwartet. Shun Sato belegte Rang zwei, Kao Miura wurde Dritter; dieses Trio bildet das Männerteam für die Spiele.
Bei den Damen gewann Kaori Sakamoto, die ihre letzte Saison als aktive Läuferin angekündigt hat, sowohl Kurzprogramm als auch Kür und holte damit ihren fünften All-Japan-Titel in Folge. Fast nebenbei machte sie den Titel „erste japanische Läuferin mit drei aufeinanderfolgenden Winterspielen“ zu etwas ganz Eigenem. Mao Shimada wurde Zweite, darf aufgrund der Altersregel aber noch nicht nach Mailand. Die Dritte, Mone Chiba, und die Vierte, Ami Nakai, komplettieren das Frauenteam und werden gemeinsam mit Sakamoto in Milano antreten.
Japans Olympia-Team im Eiskunstlauf – Kurzüberblick
| Disziplin | Läufer:innen | Kurze Einordnung |
|---|---|---|
| Herren Einzel | Yuma Kagiyama | Silbermedaillengewinner von Peking; reist nun als Goldanwärter nach Mailand. |
| Herren Einzel | Shun Sato | Seine Vierfachsprünge und Musikalität greifen rechtzeitig vor seinem ersten Olympia-Auftritt ineinander. |
| Herren Einzel | Kao Miura | Bekannt für seine offensiven Layouts; eine Hälfte des viel beachteten Duos „Manji Boys“. |
| Damen Einzel | Kaori Sakamoto | Fünfmalige All-Japan-Siegerin und erste Japanerin mit drei Winterspielen in Serie. |
| Damen Einzel | Mone Chiba | Hat bereits WM-Medaillen-Erfahrung; ein Musterbeispiel an Konstanz. |
| Damen Einzel | Ami Nakai | Eine der prägenden Figuren der neuen Generation, die gleich im ersten Seniorenjahr durchstartet. |
| Paarlauf | Riku Miura / Ryuichi Kihara | Weltmeister und Grand Prix Final-Sieger – auch in Mailand Topfavoriten auf Gold. |
| Paarlauf | Yuna Nagaoka / Sumito Moriguchi | Ein neues Paar, das in dieser Saison einen großen Sprung gemacht hat; spannend, wie mutig sie bei ihrem Olympia-Debüt auftreten. |
| Eistanz | Utana Yoshida / Masaya Morita | Vor allem im Team-Wettbewerb im Einsatz; sie verkörpern das „Jetzt“ des japanischen Eistanzes. |
In dieser Aufstellung sieht man deutlich, wie gut das „Gleichgewicht zwischen Erfahrung und frischem Wind“ gelungen ist. Um die Achsen Sakamoto und Kagiyama gruppiert sich eine neue Generation.
WINTER NOTE – Eiskunstlauf-Linkliste zum Jahresende
All-Japan Damenpodium & Kaori Sakamotos fünfter Titel in Serie
Offizieller Verbandspost: All-Japan-Ergebnisse & Teamverkündung
Paarlauf: Highlights des Grand Prix Final-Siegs von Miura / Kihara
Wenn man die Hitze von Nagoya und die Anspannung von Yoyogi noch einmal in sich nachklingen lässt, wirkt die Bedeutung von Milano–Cortina gleich noch einmal anders. Es war einer dieser Dezember, in denen man an einem Winterabend die Zeit gern ein kleines Stück zurückdrehen würde.
