Bis zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 ist es nicht mehr lange hin. Im Snowboard haben mehrere Fahrerinnen und Fahrer, die in japanischen Medien bereits als „so gut wie sicher im Olympia-Team“ gehandelt werden, auf der Weltcup-Bühne kontinuierlich abgeliefert. Auch beim ersten Slopestyle-Weltcup am 10. Januar 2026 (Ortszeit) in Snowmass, Colorado (USA), trat diese Gruppe deutlich in Erscheinung.
Snowmass: Japans „gesetzte“ Fahrerinnen und Fahrer erreichen geschlossen das Finale und vordere Plätze
In der Qualifikation des ersten Slopestyle-Weltcups setzte sich Aira Kimura (Murasaki Sports), der auf der Herrenseite als nahezu sicherer Olympia-Starter für Milano Cortina gilt, in seinem Lauf als Erster durch. Auch Hiroto Ogihara und Yuto Kimura qualifizierten sich für das Finale. Bei den Frauen zogen alle drei Fahrerinnen, die in Berichten als quasi gesetzt gelten – Mari Fukada (YAMAZEN), Kokomo Murase (TOKIO Inkarami) und Momo Suzuki (Kirara Quest) – souverän ins Achtelfinale ein.
Im Finale wurde Fukada mit 77,26 Punkten Zweite und damit beste Japanerin, Murase landete mit 75,36 Punkten auf Rang drei und Suzuki wurde Vierte – die japanischen Frauen gaben den Ton im Kampf um das Podest an. Bei den Männern belegte Aira Kimura Platz fünf, Yuto Kimura wurde Neunter und Ogihara Dreizehnter. Die Siege gingen zwar an Laurie Blouin (Kanada) bei den Frauen und Jake Cantor (USA) bei den Männern, doch aus japanischer Sicht war es vor allem ein Wettkampf, in dem die „gesetzte“ Gruppe ihre Klasse eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Aira Kimura & Hiroto Ogihara: „High-Difficulty-Duo“ im Big Air ebenfalls als gesetzt gehandelt
In den Disziplinen Slopestyle / Big Air der Männer werden Aira Kimura und Hiroto Ogihara in Meldungen des japanischen Skiverbandes (SAJ) und des JOC als Athleten beschrieben, deren Nominierung für Milano Cortina praktisch nur noch Formsache ist. Kimura hat angekündigt, sich an extrem schwierigen Tricks mit sechs Achsrotationen versuchen zu wollen, während Ogihara die Szene mit Moves wie dem weltweit ersten 2340 und einem Backside 1980 in Staunen versetzt hat. Es spricht vieles dafür, dass dieses „High-Difficulty-Duo“ bei den Spielen im Kampf um die Medaillen eine zentrale Rolle spielen wird.
Auch im Big-Air-Weltcup sind japanische Fahrer inzwischen Stammgäste im Kampf um den Sieg: Siege von Ogihara, der Gewinn der Kristallkugel im Big Air durch Miyabi Onitsuka – die positiven Schlagzeilen reißen nicht ab. Für Milano Cortina ist das Szenario, dass mehrere japanische Rider gleichzeitig im Finale stehen, längst kein Wunschdenken mehr, sondern ein realistisches Ziel.
Fukada, Murase und Suzuki: bei den Frauen klar auf „Olympia-Kurs“
In den Frauenwettbewerben Slopestyle / Big Air werden Mari Fukada, Kokomo Murase und Momo Suzuki in Artikeln der Nachrichtenagentur Kyodo und auf der offiziellen Website des JOC als Athletinnen geführt, deren Olympia-Nominierung praktisch sicher ist.
- Mari Fukada: Stammgast auf dem Weltcup-Podium in dieser Saison. Auch in Snowmass wurde sie Zweite und zeigte Riding, das Schwierigkeit und Konstanz auf hohem Niveau verbindet.
- Kokomo Murase: Bronzemedaillengewinnerin von Peking 2022. Weltmeisterin und erste Frau, der ein Backside 1620 gelang – sie hat das technische Niveau im Frauensnowboard maßgeblich nach oben geschraubt.
- Momo Suzuki: Vertreterin der neuen Generation, die in den letzten Saisons rasant aufgestiegen ist. Überzeugt mit hoher Gesamtqualität in Big Air und Slopestyle und ist ein wichtiger Baustein dieses Trios.
Gemeinsam ist den drei Fahrerinnen vor allem eines: Sie vereinen hohe Schwierigkeit mit eigenem Stil. Die Big Kicker und Rail-Sektionen in Milano Cortina dürften so gestaltet sein, dass sie die Gesamtfähigkeit der Fahrerinnen auf die Probe stellen – und das japanische Frauenteam wirkt wie gemacht für genau diese Anforderungen.
Nominierungskriterien und Zeitplan: der Schlussspurt bis zum 19. Januar
Die Auswahl des japanischen Snowboard-Teams erfolgt auf Basis der vom Skiverband SAJ veröffentlichten „Empfehlungskriterien für die Delegation zu den XXV. Olympischen Winterspielen (2026 / Milano Cortina)“. In Slopestyle / Big Air werden die Kandidatinnen und Kandidaten unter anderem anhand der kombinierten FIS-Punktestände aus Weltcups und Weltmeisterschaften der Saisons 2024/25 und 2025/26 bewertet.
Zwei Zeitmarken sind dabei besonders wichtig: bestimmte Wettbewerbe bis zum dritten Dezemberwochenende 2025 sowie das Datum 19. Januar 2026. Zu diesem Zeitpunkt finalisiert die FIS die Quotenliste für die olympischen Startplätze, sodass der endgültige Umfang der Teams pro Nation feststeht. Kurz gesagt: Wir befinden uns genau in der Phase, in der die aktuellen Weltcup-Ergebnisse direkt über Tickets nach Milano Cortina entscheiden.
| Rider | Hauptdisziplin(en) | Status Richtung Milano Cortina 2026 | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| Aira Kimura | Slopestyle / Big Air Herren | Von Medien als sicherer Olympia-Starter gehandelt | Gewann seinen Quali-Heat und wurde Fünfter in Snowmass. Spricht offen über Pläne für Tricks mit sechs Off-Axis-Rotationen. |
| Hiroto Ogihara | Slopestyle / Big Air Herren | Von Medien als sicherer Olympia-Starter gehandelt | Big-Air-Spezialist, der mit dem ersten 2340 der Welt und einem Backside 1980 für Schlagzeilen sorgte. |
| Mari Fukada | Slopestyle / Big Air Damen | In Kyodo-Meldungen und beim JOC als praktisch gesetzt beschrieben | Zweite in Snowmass, in dieser Saison Stammgast auf dem Podium. |
| Kokomo Murase | Slopestyle / Big Air Damen | In Kyodo-Meldungen und beim JOC als praktisch gesetzt beschrieben | Bronze in Peking 2022, Weltmeisterin und erste Frau mit BS1620. |
| Momo Suzuki | Slopestyle / Big Air Damen | In Kyodo-Meldungen und beim JOC als praktisch gesetzt beschrieben | Vierte beim Snowmass-Auftakt. Eine der Hoffnungsträgerinnen der neuen Generation. |
Trotzdem können sich selbst diejenigen, die als „gesetzt“ gelten, bis zur offiziellen Bekanntgabe nicht zurücklehnen. Erst wenn die FIS-Punktelisten und Quoten endgültig feststehen und der JOC die Delegation formell nominiert, dürfen sie sich wirklich „Olympionikin“ bzw. „Olympionike“ nennen.
Auch Halfpipe-Stars und Talente haben Milano Cortina fest im Blick
Während Slopestyle und Big Air viel Aufmerksamkeit bekommen, tut sich auch im Halfpipe-Lager Japans einiges. Top-Fahrerinnen und -Fahrer wie Ayumu Hirano, Mitsuki Ono, Sena Tomita, Ruki Tomita, Ruka Hirano und Yuto Totsuka arbeiten Schritt für Schritt auf Milano Cortina hin. In der Weltcup-Serie mischen japanische Athletinnen und Athleten in beiden Geschlechtern regelmäßig im Podiumskampf mit; Szenen mit zwei oder drei japanischen Fahnen auf dem Siegertreppchen sind keine Seltenheit. Japans Status als „Halfpipe-Großmacht“ ist ungebrochen.
Auf den offiziellen Kanälen von TEAM JAPAN geben Dokumentationen und Kurzinterviews Einblicke in den Trainingsalltag und die Gedanken der Athletinnen und Athleten mit Blick auf Milano Cortina. Wer die Hintergründe des Nominierungskampfes verstehen möchte, sollte auch diese Inhalte im Auge behalten.
Fazit: Japans Snowboard-Team für Milano Cortina hat Gold-Potenzial
Das Slopestyle / Big-Air-Trio der quasi gesetzten Fahrerinnen und Fahrer, die großen Namen im Halfpipe und eine nachrückende Generation von Talenten – all das zusammen formt ein japanisches Snowboard-Team, das bei den Olympischen Spielen 2026 in Milano Cortina in mehreren Disziplinen realistische Goldchancen besitzt.
Mit dem näher rückenden 19. Januar, an dem die olympischen Quoten endgültig fixiert werden, und der unmittelbar bevorstehenden offiziellen Nominierung der Mannschaft stehen die Athletinnen und Athleten vor der schwierigen Aufgabe, „weiter Ergebnisse zu liefern und gleichzeitig gesund durch die Saison zu kommen“. Auf die kommenden Weltcup-Resultate und die endgültige Kadernominierung dürfte in den nächsten Wochen kaum jemand den Blick abwenden können.
