Von J1–J2–J3 zur „Hundert-Jahre-Vision-Liga“ – Was ändert sich?
Die J.League bewegt sich derzeit schrittweise weg von der klassischen, festen Struktur aus J1, J2 und J3 hin zu einer neuen Ligastruktur auf Basis ihrer „Hundert-Jahre-Vision“.
Es handelt sich dabei nicht um eine spontane Reform, sondern um den Versuch, langfristige Leitlinien der Liga in die Praxis umzusetzen:
nachhaltige Klubführung, starke regionale Verankerung und Steigerung der sportlichen Qualität.
Warum muss das System überhaupt geändert werden?
Der wichtigste Grund ist die Diskrepanz zwischen den besonderen Rahmenbedingungen in Japan und der bisherigen Ligastruktur.
Als besonders problematisch gelten seit Jahren vor allem Sommerhitze, Taifune und ein überfrachteter Spielplan.
In den großen europäischen Ligen gibt es Mechanismen, um Spielpläne und Anstoßzeiten flexibel an Klima- und Vermarktungsaspekte anzupassen.
In Japan hingegen kam es immer wieder zu Tagesspielen in der brütenden Sommerhitze und zu eng getakteten Spielserien,
was sowohl die Leistungsfähigkeit der Spieler als auch das Stadionerlebnis für die Fans beeinträchtigte.
Wie verändern sich die Spiele in der Hundert-Jahre-Vision-Liga?
Bislang basierte die J.League im Kern auf dem Prinzip „Jede Mannschaft spielt gegen jede in ihrer Liga“.
In der Hundert-Jahre-Vision-Liga sind hingegen Phasenmodelle und Gruppenaufteilungen vorgesehen, um eine flexiblere Wettbewerbstruktur zu schaffen.
Dadurch soll die Zahl der Spiele, in denen es bis zum Saisonende um etwas geht, erhöht
und die Anzahl der klassischen „Bedeutungslosen Begegnungen“ verringert werden.
Grafik: Unterschied der Ligastrukturen
Bisher
J1 / J2 / J3
Feste Ligen, Vollrunden
Konzept
Hundert-Jahre-Vision-Liga
Phasenmodell, flexible Ansetzungen
FAQ für Einsteiger (zum Aufklappen)
F: Verschwinden J1, J2 und J3?
Um die Auswirkungen von Sommerhitze, Taifunen und dicht gedrängten Spielplänen zu verringern und sich einem flexibleren, europäisch geprägten Modell anzunähern,
sollen die bisherigen Ligen mit einer Übergangsphase schrittweise in die neue Struktur überführt werden.
F: Gibt es künftig weniger Spiele?
Ziel ist nicht einfach, die Anzahl der Partien zu reduzieren, sondern den Anteil der Spiele zu erhöhen, die sportlich wirklich relevant sind.
F: Werden Auswärtsfahrten für Fans schwieriger?
Je nach Gestaltung des Spielplans kann die Belastung in einzelnen Fällen steigen.
Im Konzept ist jedoch vorgesehen, durch frühere Veröffentlichung der Termine oder gebündelte Spieltage die Planbarkeit für Fans zu verbessern.
Vorteile und Nachteile
Vorteile: Entlastung bei Hitze und Termindichte, bessere Zuschauerzahlen und höhere Attraktivität als Veranstaltungsprodukt
Nachteile: Verunsicherung und Umgewöhnung bei langjährigen Fans; Wetterrisiken verschwinden nicht und bleiben ein Thema
Verwandte offizielle Inhalte
*Dieser Beitrag ist eine Einordnung auf Basis offizieller Ankündigungen und Konzepte der J.League.
Die endgültige Ausgestaltung des Systems kann sich in Zukunft noch ändern.
