Yuma Kagiyama erneut Silber, Shun Sato Bronze – Shaidorov gewinnt Gold und sorgt für Chaos im Männer-Einzel【Milano Cortina 2026】
Die Kür (FS) im Eiskunstlauf Männer-Einzel bei den Winterspielen Milano Cortina wurde am 13. (Ortszeit) in der Ice Skating Arena in Mailand ausgetragen. Gold ging an den Kasachen Mikhail Shaidorov mit insgesamt 291,58 Punkten, Japans Yuma Kagiyama gewann Silber mit 280,06, und Shun Sato holte Bronze mit 274,90. Topfavorit Ilia Malinin aus den USA stürzte überraschend auf Rang 8 ab – ein Abend voller großer Überraschungen.
Für Japans Männer war es ein Doppel-Podium: Kagiyama gewann nach Beijing 2022 zum zweiten Mal in Folge olympisches Silber, und Sato sicherte sich bei seinen ersten Olympischen Spielen in einem Einzelwettbewerb Bronze. Im Männer-Einzel ist das zudem die erste japanische Doppelmedaille seit Yuzuru Hanyu – ein besonders bedeutender Moment.
Shaidorov dreht das Finale mit einer Traum-Kür – „Quad-Gott“ Malinin bricht ein
Malinin, nach dem Kurzprogramm (SP) in Führung und als „Gold so gut wie sicher“ gehandelt, begann die Kür mit einer Serie von Sprungfehlern. Er ließ einen Teil der geplanten Vierfachsprünge aus, hatte zwei Stürze sowie unsaubere Landungen und kam weder in der technischen Wertung noch in den Komponenten richtig auf Touren – ein unglaublicher Absturz auf Platz 8.
Shaidorov dagegen, nach dem SP von Rang 5 gestartet, lieferte zu „Diva Dance“ aus The Fifth Element eine Kür aus einem Guss: fünf saubere Quads inklusive eines Vierfach-Salchow. Mit 198,64 Punkten in der Kür und einer persönlichen Bestleistung von 291,58 Gesamtpunkten gewann er Kazachstans erstes olympisches Gold im Eiskunstlauf überhaupt.
Während Shaidorov vor Freude ausgestreckt auf dem Eis lag, kamen Silbermedaillengewinner Kagiyama und Bronzemedaillengewinner Sato zur Gratulation herüber – ein Bild, das einen Abend symbolisierte, an dem sich die Kräfteverhältnisse im Männer-Einzel sichtbar verschoben.
Yuma Kagiyama: Silber zum zweiten Mal in Folge – „Ärger“ und „Erleichterung“ zugleich
Kagiyama ging als Zweiter aus dem SP in die Kür. In der Kür stürzte er bei einem frühen Vierfachsprung, zudem gerieten Teile des geplanten Quad-Layouts ins Wanken. Dennoch fand er in der zweiten Hälfte seine typische Geschwindigkeit und Ausdrucksstärke zurück – bei Sprüngen und Steps – und brachte die Kür mit 176,99 Punkten zu Ende. Mit 280,06 Gesamtpunkten gewann er erneut Silber, wie schon in Beijing.
Im Interview nach dem Auftritt zeigte Kagiyama gemischte Gefühle. „Ich bin erleichtert, eine Medaille gewonnen zu haben, aber gleichzeitig bin ich frustriert“, sagte er und ergänzte: „Auch nach zwei Fehlern in der ersten Hälfte habe ich nicht aufgegeben und bis zum Ende durchgezogen – das ist Wachstum.“ Er blickte darauf zurück, dass ihn ein „nicht brechender Wille“ getragen habe.
Kagiyama sagte zudem, sein Vater und Coach Masakazu habe ihm immer wieder gesagt: „Auch wenn du fällst, zählt, dass du bis zum Ende alles gibst.“ In Mailand – einer Stadt mit Bezug zu Turandot – skaterte er mit diesen Worten im Herzen; diese Kür dürfte für ihn unvergesslich bleiben.
Shun Sato: Bronze im ersten Olympia-Auftritt – „Ich weiß nicht, ob das Traum oder Realität ist“
Bronzemedaillengewinner Sato zeigte bei seinem olympischen Debüt eine beeindruckend abgeklärte Leistung. Nach Platz 4 im SP attackierte er in der Kür ein hochschwieriges Programm inklusive Vierfach-Lutz und skaterte ohne große Fehler zu 186,20 Punkten. Mit 274,90 Gesamtpunkten wurde er Dritter und gewann seine erste olympische Einzelmedaille im Männer-Einzel.
Nach dem Lauf sagte Sato: „Ich weiß noch nicht, ob das ein Traum oder die Realität ist“, und machte damit deutlich, wie unerwartet selbst für ihn dieses „Ankommen bei Bronze“ war. In der Teamkonkurrenz hatte er bereits maßgeblich zu Japans Silber beigetragen – mit diesem Resultat besitzt er nun seine zweite Medaille bei diesen Spielen.
In einem Männer-Einzel, dessen Teilnehmerfeld sich in vier Jahren stark verändert hat, unterstreicht die Tatsache, dass zwei junge Japaner Silber und Bronze nebeneinander gewannen, erneut die Tiefe des japanischen Männer-Eiskunstlaufs seit Beijing.
Männer-Einzel: Endergebnis (Spitzengruppe)
| Platz | Läufer | Land/Region | Gesamtpunktzahl |
|---|---|---|---|
| Gold | Mikhail Shaidorov | Kazachstan | 291.58 (SP 92.94 / FS 198.64) |
| Silber | Yuma Kagiyama | Japan | 280.06 (SP 103.07 / FS 176.99) |
| Bronze | Shun Sato | Japan | 274.90 |
| 4. | Junhwan Cha | Südkorea | 273.92 |
| 5. | Stephen Gogolev | Kanada | 273.78 |
| 8. | Ilia Malinin | Vereinigte Staaten | 264.49 |
*Punkte und Platzierungen basieren auf den offiziellen Ergebnissen von Milano Cortina 2026 sowie Berichten führender Medien.
Eine „Nacht in Mailand“ für Japans Männer
Bei Beijing 2022 standen im Männer-Einzel Namen wie Yuzuru Hanyu und Shoma Uno im Zentrum. In Milano Cortina wurde diese Hauptrolle an Kagiyama und Sato weitergereicht. Silber im Team-Event plus Silber und Bronze im Männer-Einzel sind ein klares Signal an die Welt, dass der Generationswechsel in Japan reibungslos voranschreitet.
Gleichzeitig bleibt – im Sinne von „Gold war nur einen Schritt entfernt“ – derselbe Ärger wie in Beijing. Die Herausforderung, die Japan seit der Hanyu-Ära begleitet – olympisches Einzel-Gold im Männer-Einzel – wurde auch in Milano Cortina erneut als Aufgabe an die Zukunft weitergereicht.
Doch Kagiyama und Sato sind beide erst Anfang 20, ihnen bleibt viel Zeit. Welche Geschichte werden sie in vier Jahren und darüber hinaus schreiben? Vielleicht war diese Nacht in Mailand nur der Auftakt.
