Im Snowboard-Halfpipe im Livigno Snow Park in Livigno (Italien) stand Japan sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen auf dem Podest. Bei den Männern holte Yuto Totsuka mit einem Topscore von 95,00 Punkten sein erstes olympisches Gold, Ryusei Yamada gewann Bronze. Am Vortag hatte Mitsuki Ono im Frauenfinale Bronze geholt – eine Nacht, in der Japans Halfpipe-Team die Weltspitze markierte.
Podestplätze bei Männern und Frauen: Japans Halfpipe-„Goldene Generation“ zeigt eine überragende Vorstellung
Das Männerfinale wurde am Abend des 13. (Ortszeit) vor ausverkauftem Haus im Livigno Snow Park ausgetragen. Als Totsuka im Drei-Run-Format seinen perfekten zweiten Run landete, ging ein Raunen durch die Tribünen. Scotty James (Australien), der direkt danach fuhr, zündete eine Serie hochklassiger Tricks und erhielt 93,50 Punkte, kam aber knapp nicht an Totsukas 95,00 heran.
Auch Japans Tiefe wurde sichtbar: Yamada gewann Bronze mit 92,00, Ruka Hirano wurde Vierter mit 91,00 und Ayumu Hirano belegte Rang 7. Mit vier Japanern unter den zwölf Finalisten demonstrierte Japan, wie breit das Niveau im Halfpipe inzwischen ist.
Männer-Halfpipe-Finale: Yuto Totsuka erfüllt sich mit dem „perfekten zweiten Run“ den Gold-Traum
Totsukas zweiter Run basierte auf einem Triple Cork 1440 aus Switch, ergänzt durch eine hochschwierige Komposition mit Backside- und Frontside-Variationen. Höhe, saubere Landungen und Vielfalt – alles überzeugte die Jury. Der 24-Jährige, der bei PyeongChang 2018 einen schweren Crash erlebte und bei Beijing 2022 eine Medaille verpasste, stand bei seinen dritten Olympischen Spielen endlich ganz oben.
Bis zum letzten Run kämpfte Scotty James um Gold – bekannt unter dem Spitznamen „Boxing Kangaroo“. In seinem letzten Run erhöhte er die Schwierigkeit und probierte einen 1620, doch eine kleine Unsauberkeit bei der Landung führte zum Sturz. Dennoch sicherte er sich mit 93,50 aus Run zwei Silber. Der junge Yamada kombinierte hohe Rotationen mit Stabilität und zog mit 92,00 Punkte das nächste Bronze für Japan an Land.
Totsukas Gold ist Japans drittes Snowboard-Gold bei diesen Spielen. Nach Kai Kimuras Gold im Männer-Big-Air und Kokomo Murases Gold im Frauen-Big-Air steht nun auch im Halfpipe ein japanischer Rider ganz oben.
Frauen-Halfpipe: Gaon Choi gewinnt Gold, Mitsuki Ono holt die lang ersehnte erste Olympia-Medaille
Im Frauenfinale am 12. gewann Gaon Choi (Südkorea) Gold mit 90,25 Punkten. Chloe Kim (USA), die auf einen dritten olympischen Titel in Folge zielte, wurde mit 88,00 Silber, und Mitsuki Ono rutschte mit 85,00 auf Bronze.
Ono hatte in der Qualifikation zu kämpfen, wählte im Finale aber von Run eins an eine offensive Linie. Mit einem Frontside 900 und hochrotierenden Backside-Tricks, kombiniert mit viel Airtime und sauberen Landungen, holte sie 85,00 heraus. Später wurde sie zwar von den Top zwei überholt, doch bis zum Ende war ihr die Zufriedenheit anzusehen.
Für Japan wurden außerdem Sara Shimizu Vierte mit 84,00, Toshiyuki Kudo Fünfter mit 81,75, und Sena Tomita belegte Rang 9 – auch bei den Frauen zeigten mehrere Japanerinnen im Finale Präsenz.
Hier ist der Post des offiziellen FIS-Snowboard-Accounts des Internationalen Ski- und Snowboardverbands (FIS) zu Onos Bronze.
Final-Ergebnisse (basierend auf offiziellen Resultaten)
Männer-Halfpipe-Finale — Top 6
| Platz | Rider | Land | Punktzahl |
|---|---|---|---|
| 1. | Yuto Totsuka | Japan | 95.00 |
| 2. | Scotty James | Australien | 93.50 |
| 3. | Ryusei Yamada | Japan | 92.00 |
| 4. | Ruka Hirano | Japan | 91.00 |
| 5. | Valentino Guseli | Australien | 88.00 |
| 6. | Chaeun Lee | Südkorea | 87.50 |
Quelle: Offizielle Ergebnisse / NBC-Olympics-Resultatseite u. a.
Frauen-Halfpipe-Finale — Top 6
| Platz | Riderin | Land | Punktzahl |
|---|---|---|---|
| 1. | Gaon Choi | Südkorea | 90.25 |
| 2. | Chloe Kim | Vereinigte Staaten | 88.00 |
| 3. | Mitsuki Ono | Japan | 85.00 |
| 4. | Sara Shimizu | Japan | 84.00 |
| 5. | Toshiyuki Kudo | Japan | 81.75 |
| 6. | Cai Xuetong | China | 80.75 |
Quelle: Offizielle Ergebnisse / Olympische Website (Women’s Halfpipe)
Japans Snowboard-Medaillenrausch und die Bedeutung des Halfpipe
Bei diesen Spielen hat Japans Snowboard-Team bereits Big-Air-Gold durch Kai Kimura (Männer) und Kokomo Murase (Frauen) sowie Silber durch Ryoma Kimata gewonnen. Mit Halfpipe—ein Gold (Totsuka) und zwei Bronzen (Yamada, Ono)—steht Snowboard allein nun bei erstaunlichen sechs Medaillen: 3× Gold, 1× Silber, 2× Bronze.
Gerade im Halfpipe hat Japan gleichzeitig eine Ansammlung von Weltklasse-Ridern: bei den Männern Totsuka, Yamada, Ruka Hirano und Ayumu Hirano; bei den Frauen Ono, Shimizu, Kudo und Tomita. Von der Qualifikation bis zum Finale pushen sich die Japanerinnen und Japaner gegenseitig mit Linienwahl und Trick-Aufbau – so sehr, dass manche sagen: „Die nationale Auswahl zu überstehen ist schwieriger.“
Auf dem Weg zu den „nächsten vier Jahren“: Herausforderungen und Potenzial für Japans Halfpipe
Bei den Männern erfüllte sich Totsuka endlich seinen Traum, während Beijing-Champion Ayumu Hirano auf Rang 7 landete. Verletzungen und Formfragen werden diskutiert, doch damit Japan dauerhaft an der Weltspitze bleibt, wird entscheidend sein, ob mehrere Asse – jeweils mit eigenem Stil – gleichzeitig weiter um den Gipfel kämpfen können.
Bei den Frauen steht Japan trotz Onos lang ersehnter Olympia-Medaille weiterhin vor hohen Hürden: Goldmedaillengewinnerin Gaon Choi und die weiterhin extrem starke Chloe Kim. Für Japan wird es darauf ankommen, neben der Schwierigkeit auch die „Präsentation“ und die Gesamtkomplettheit eines Runs weiter zu schärfen.
Dennoch ist die Gesamtstärke des japanischen Halfpipe-Kaders bei diesen Spielen offensichtlich. Zusammen mit Big Air entwickelt sich Japan immer mehr zu einer „Park-&-Pipe-Nation.“ Wie wird es diesen Schwung in die nächsten Weltmeisterschaften und zu den Spielen 2030 mitnehmen? Die Geschichte der in Milano Cortina entstandenen „Goldenen Generation“ hat gerade erst begonnen.
